Die Bayerische Forschungsstiftung (BFS)

Die Bayerische Forschungsstiftung ist eine Stiftung des Freistaats Bayern, die vor 25 Jahren gegründet wurde, um innovative und anwendungsorientierte Forschungs- und vorwettbewerbliche Entwicklungsvorhaben, die von strategischer Bedeutung für die wissenschaftlich-technologische Entwicklung Bayerns sind, finanziell zu unterstützen. Die von der Forschungsstiftung geförderten Vorhaben müssen von Wissenschaft und Wirtschaft gemeinsam getragen und vorrangig in Bayern durchgeführt werden. Unterstützt werden Projekte aus den Bereichen Life Science, Informations- und Kommunikationstechnologie, Mikrosystemtechnik, Materialwissenschaft, Energie und Umwelt, Mechatronik, Nanotechnologie sowie Prozess- und Produktionstechnik.

Durch das breite Spektrum der definierten Schlüsselbereiche lassen sich interdisziplinäre Ansätze erreichen und Schnittstellen abdecken, die es Antragstellern aus Wirtschaft und Wissenschaft ermöglichen, themenübergreifende Projekte zu konzipieren und durchzuführen. Dabei fördert die Stiftung maximal 50 % der Gesamtkosten der jeweiligen Projekte mit einem Zuschuss, die anderen 50 % der Projektkosten werden in der Regel von den beteiligten Industriepartnern übernommen.

Zur Stärkung der internationalen Beziehungen in Wissenschaft und Forschung fördert die Forschungsstiftung in engem Zusammenhang mit den Projekten auch Doktoranden- und Post- Doktorandenstipendien sowie kurzzeitige wechselseitige Aufenthalte von Wissenschaftlern in Partnerlabors.

Das Projekt „CISS.S – Seitencrasherkennung mit Körperschall“ der Technischen Hochschule Ingolstadt wurde von der Forschungsstiftung in den Jahren 2009 bis 2012 mit einem Betrag von über 973.000 Euro gefördert. Die Gesamtkosten des Projekts lagen bei mehr als 1,8 Mio. Euro. In dem Vorgängerprojekt CISS war ein Verfahren für die Frontalcrasherkennung entwickelt worden, das auf der Erfassung hochfrequenter Schwingungssignale basierte. Das von der Forschungsstiftung unterstützte Forschungsprojekt CISS.S widmete sich dem Seitencrash, der wegen der geringen Knautschzone besonders gefährlich ist. Aufgrund gestiegener Anforderungen an die Fahrzeugsicherheit war das wesentliche Ziel von CISS.S die frühzeitige Erkennung des Seitencrashs zur verbesserten Airbag-Auslösung. Projektinhalte waren zudem die Weiterentwicklung eines Simulationsverfahrens für Körperschall (KS) und der Transfer in Querschnittsbereiche wie Produktions- und Medizintechnik. Durch Grundlagenuntersuchungen konnten die Effekte der KSEntstehung in den kritischen seitlichen Lastfällen identifiziert und bewertet werden. Dabei zeigten sich konstruktive Abhängigkeiten, die mittels struktureller Anpassungen optimiert werden können, um die KS-Anregung und Ausbreitung zu verbessern. Die Maßnahmen wurden an Fahrzeugen erprobt. Die von der Forschungsstiftung zur Bewertung des Projekts eingeschalteten externen Fachgutachter haben in der CISS.S-Technologie einen grundlegenden Beitrag zur „Vision Zero“ und eine Stärkung der Innovationsfähigkeit der Automobilindustrie gesehen.

Um das Projekt auch im internationalen Bereich voranzubringen und eine nachhaltige Vernetzung mit der brasilianischen Wissenschaft im Bereich der Verkehrssicherheitsforschung zu erreichen, hat die Bayerische Forschungsstiftung darüber hinaus während der Projektlaufzeit von CISS.S einen Forschungsaufenthalt von Wissenschaftlern der Technischen Hochschule Ingolstadt an der UFPR/Curitiba mit Reisemitteln in Höhe von über 14.000 Euro unterstützt. Da die Themen der Fahrzeugsicherheit auf dem brasilianischen Automobilmarkt sehr gefragt sind, bieten die in CISS.S gewonnenen Erkenntnisse ein großes Potenzial für gemeinsame, bilateral und international durchgeführte Projekte.

Dorothea Leonhardt
Geschäftsführerin 

 

Foto: Der neue Crash Impact Sound Sensor bietet die Möglichkeit, in Kombination mit strukturellen Verbesserungsmaßnahmen die Verformung des Fahrzeugs im besonders kritischen Seitencrash zu erfassen. ©THI